Moosführung mit dem Experten Dr. Friedrich Kretzschmar

Seit der Landesgartenschau in 2010 führen nun schon die Moosführer über das Schwenninger Moos. Obwohl dieses Moorgebiet im Besonderen viele Schwenninger seit der Kindheit begleitet, sind doch spannende Informationen über das Moos während einer Moosführungen zu erfahren. Es finden regelmäßig Führungen für interessierte Besuchergruppen, Touristen, wie auch Kinder über das Schwenninger Moos statt und dabei entdecken sie die einzigartige Welt am Rande Schwenningens. Zu finden sind seltene Arten wie der Sonnentau. Es ist Heimat für besondere Tier - und Pflanzenarten oder es gibt beispielsweise Brutvorkommen der seltenen und scheuen Krickente, wie auch Rastplatz für viele Zugvögel. Die Naturereignisse im Schwenninger Moos sind schier unendlich. Aber auch die Auswirkungen der menschlichen Eingriffe, wie dem früheren Torfabbau oder der Salzgewinnung werden bei den Moosführungen erläutert. Aufwendige und langjährige Renaturierungsmaßnahmen durch Wissenschaftler der Hochschule Nürtingen-Geisingen begleitet, Pflegemaßnahmen durch den Natur- und Umweltverband BUND aber auch die Unterstützung durch regionale Unternehmen, wie der Bad Dürrheimer Mineralbrunnen tragen seit vielen Jahre dazu bei, dass das Naturschutzgebiet Schwenninger Moos erhalten bleibt. Das „Juwel“ Schwenningens, wie es auch immer wieder genannt wird.

Am 4. September durften diesmal die Moos- und Vogelführer, wie auch Vertreter der Stadt Villingen- Schwenningen, des BUND Regionalverbandes, des Naturschutzgroßprojektes Baar und des Umweltzentrums eine fachkundige Moosführung von Dr. Friedrich Kretzschmar, stellvertretender Referatsleiter des Referats 56 "Naturschutz und Landschaftspflege" beim Regierungspräsidium Freiburg, Geobotaniker und Pflanzenexperte erhalten. Dr. Friedrich Kretzschmar gab beim Rundgang über das Moos spezifische Einblicke über die Entwicklung des Moores durch Naturschutzmaßnahmen der letzten Jahre. Teile des Moores sind geprägt durch eine frühere landwirtschaftliche Nutzung und somit finden unterschiedliche Abbauprozesse im Boden statt. Er betont die Bedeutung abgestorbener Bäume, die nicht beseitigt werden, als Heimat für Insekten, wie ein Hornissennest in einer alten Birke zeigte. Auch konnten die Teilnehmer am hintern Moorweiher, der höchsten Stelle im Moor, den selten blühenden Wasserschlauch zu sehen bekommen. Der Geobotaniker Dr. Kretzschmar erklärte detailgenau, wie diese Wasserpflanze durch Bildung von Unterdruck Insekten fängt und sich somit im nährstoffarmen Gewässer noch weitere Nährstoffe sichert. Gegen Ende der gemeinsamen Führung durfte die Gruppe noch den Kern des Gebietes betreten, wo sonst der Zugang nur bei Durchführung von Naturschutzmaßnahmen erlaubt ist. Hier zeigt er den Sumpfdreizack und die inzwischen überaus seltene Rentierflechte. Alle Beteiligten konnten an diesem Tag von Dr. Kretzschmar neue interessante Naturvorkommen und Entwicklungen im Moos direkt vom Fachmann erfahren. Mit einem großen Applaus wurde er nach insgesamt 2 ½ Stunden intensiver Führung von den Teilnehmern verabschiedet.